Die Haltung von Schweinen erfolgt in der Massentierhaltung entweder in winzigen Verschlägen oder auch massenhaft zusammengepfercht in größeren Masthallen. Auch diese Tiere sehen in der Regel ihr Leben lang kein Tageslicht. Um Seuchen und Krankheiten vorzubeugen, werden auch ihnen vielerlei Medikamente verabreicht. Aber nicht nur die Gefahr, daß sich Krankheiten ausbreiten, sondern auch die seelische Belastung ist bei Zuchtschweinen besonders hoch. Schweine sind sehr sensible Tiere, die äußerst empfindlich auf Stress reagieren. Ständigem Dauerstress ausgesetzt, sind viele von ihnen oft völlig geschwächt. Auch die  schlechte Hygiene, die ihnen verabreichten Medikamente und das viele Industrie-Futter, welches zu einer raschen Aufzucht verhelfen soll, verursacht vielerlei tierschutzwidrige Zustände.


Im Alter von nur wenigen Tagen werden den kleinen Ferkeln ohne Betäubung die Schwänze und Ohren abgeschnitten. Auch kupiert man ihnen die Zähne und kurz nach der Geburt werden die männlichen Ferkel im Alter bis zu acht Tagen kastriert. Diese betäubungslose Kastration im Akkord wird nicht selten von Laien durchgeführt und bedeutet für die Ferkel einen sehr schmerzhaften Eingriff.  Betreffs der in großer Anzahl zusammengepferchten Tiere möchte man verhindern, daß sich diese gegenseitig verletzen, denn Verletzungen der empfindlichen Ohren und Schwänze würden angesichts der mangelhaft hygienischen Zustände diverse Krankheiten verursachen. Um gegenseitigen Verletzungen und daraus resultierenden Erkrankungen vorzubeugen, ist die "Krone der Schöpfung" abermals nicht sonderlich zimperlich und handelt "vorsorglich", indem derartige Körperteile schlicht und einfach bedenkenlos entfernt werden.
Oft bewegen sich die Zuchttiere in ihren eigenen Ausscheidungen, sofern von "Bewegung" überhaupt eine Rede sein kann. In vielen Betrieben ist es auch nicht selten üblich, Schweine mit Stöcken zu traktieren, um sie voranzutreiben. Viele der Tiere können ihren extrem gemästeten, unnatürlich schnell wachsenden Körper oft kaum noch auf ihren Beinen halten. Verkrüppelungen und Verletzungen der gemästeten Tiere sind dementsprechende Folgeerscheinungen.

Schweine sind sehr friedliche und soziale Tiere, entwickeln jedoch unter den vorherrschenden Bedingungen in den Mastbetrieben oft aggressive und gestörte Verhaltensweisen. Diese durch Langeweile und Stress hervorgerufenen Verhaltensstörungen sind oft sogenanntes "Stangenbeißen", sogenanntes "Trauern", "Schwanzbeißen" und auch Kannibalismus. Entkräftete und allzusehr geschwächte Schweine werden nicht selten entweder von ihren eigenen Artgenossen oder von ihren menschlichen Peinigern getötet, da sie diesen letztlich nur "unnötiges" Futter kosten.
 

Andererseits werden unzählige kranke und noch einigermaßen lebensfähige Schweine um des wirtschaftlichen Gewinnes wegen bis zum Tag ihrer Schlachtung auch noch am Leben erhalten. Auch Schweine werden mit billigem Industrie-Futter, mit Medikamenten und Hormonpräparaten  "vollgestopft", damit sie möglichst schnell wachsen und ein Körpergewicht von möglichst mehr als 100 kg erreichen. Wegen der schweren Körpermasse können viele der Zuchtschweine schließlich nicht mehr stehen und nur noch liegend dahinvegetieren. Und damit es in diesen Schweine - Massenhaltungsfabriken auch stets genügend Nachwuchs gibt, werden auch die Säue ständig geschwängert und das Leben eines einzelnen neugeborenen Ferkels zählt natürlich nichts, falls es besonders schwach geboren wird und dessen Aufzucht somit nur "unnötige" Kosten zur Folge hätte.
 

Schließlich schlachtreif geworden, werden sie unter nicht weniger grausamen Bedingungen in die Schlachthöfe transportiert und dort - an Eisenbügeln aufgehängt - per Fließband in den Tod befördert. Wahrend des Verladens auf den Transporter sehen die meisten dieser Tiere erstmals in ihrem Leben das Tageslicht. Zusammengepfercht auf die LKW´s verfrachtet, werden sie meist ohne Futter und Wasser und erfüllt von panischer Angst in die Schlachthäuser transportiert. Einzelne Tiere erreichen diesen letzten Ort ihrer Bestimmung nicht mehr lebend und betreffs der restlichen Tiere wird beim Ausladen nicht selten brutal und grausam "nachgeholfen". Gestreßt und geschwächt am Ende dieser Reise angelangt, vermögen sich viele Schweine nicht mehr auf ihren Beinen zu halten und dementsprechend werden sie nicht selten rücksichtslos und brutal aus den mitunter mehrstöckigen LKW´s einfach hinausgeworfen und dann mit gebrochenen Beinen in den Schlachtbetrieb gezerrt.

Im Schlachthof erwartet sie dann ein Fließband mit Eisenbügeln, an denen sie kopfüber aufgehängt werden. Die in vielen EU-Ländern kurz vor der Tötung vorgeschriebene Betäubung der Tiere wird einerseits nicht immer befolgt und scheint andererseits sehr oft weder zu funktionieren noch ihren Zweck zu erfüllen. Nach erfolgter Tötung werden die Schweine kopfüber aufgehängt in ein "Brühbad" befördert und manche der Tiere sterben trotz vorheriger Betäubung erst in diesem kochenden Wasserbad. In den USA hat man aufgrund einer Untersuchung festgestellt, dass sich bei mehr als 30 Prozent der toten Schweine Brühwasser in den Lungen befand, was letztlich bedeutet, daß diese Tiere noch geatmet haben müssen, während sie ins kochende Wasserbad beförderet wurden. 

Die Natur hat Schweine mit hochempfindlichen, sehr sensiblen Nasen ausgestattet. Selbst dann können sie einen Tropfen Schweineharn noch riechen, wenn ein Spürhund diese Witterung längst schon verloren hat. In ihren Boxen jedoch müssen Schweine alltäglich und allstündlich den Kot mehrerer hundert anderer Tiere im Konzentrat aufnehmen und erdulden.
Der größte Teil der Schweine leidet auf Grund der Ammoniak-Gase, die ständig durch die Betonspalten des Bodens aufsteigen und eine ständige Tortur für die empfindlichen Rüsseltiere zur Folge haben, unter akuten Atemwegserkrankungen. 

Schweine besitzen auch einen sehr starken Bewegungsdrang. Ihre gewaltige Marschleistung kann pro Nacht bis zu 30 Kilometer betragen. In den Schweineboxen jedoch ist es ihnen unmöglich, diesen Bewegungsdrang ausleben zu können. Von uns "liebevollen" Menschen zu bloßen Produktionseinheiten abgestempelt und entwürdigt, leben sie in den Mastbetrieben eingezwängt und zusammengequetscht in engen Boxen und finsteren Ställen. Schweine wühlen auch gerne in der Erde und graben sie um, wenn sie etwas köstliches in ihr wittern. In den Schweinefabriken jedoch wird jegliches Futter mit Hilfe computergesteuerter Rotationsautomaten verabreicht und viele dieser Tiere werden somit aufgrund  ihrer nicht artgerechten Haltung zur Abartigkeit getrimmt.

Auf Grund der einstreulosen Spaltenböden leiden viele der Mastschweine an Erkrankungen und Verletzungen der Sprung - und Schultergelenke, an Liegeschwielen und Gelenkverdickungen, an Klauenverletzungen und gelähmten Gliedmaßen.
Tierärztliche Kontrollen haben  ergeben, daß viele der Tiere krankheitsbedingte Schädigungen haben, z.B. deformierte Gliedmaßen und Magengeschwüre, pathologische Veränderungen der Leber, sowie auch Lungenschäden aufgrund schlechter und unzureichender Belüftung der Ställe. Die meisten Schweine in Deutschland werden in industriell geprägten Mastanlagen mit bis zu 60.000 Tieren gehalten. Sie sehen niemals Tageslicht und vegetieren in überfüllten strukturlosen Buchten mit Betonspaltenböden ohne Stroh und Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Tiere haben weder Auslauf noch Suhl- und Scheuermöglichkeiten. Diese unnatürliche Haltung führt zu Gelenk- und Muskelkrankheiten, Kreislaufschwäche, schmerzhaften Druckstellen, Hautabschürfungen und Verletzungen an den Klauen.
Schuld an diesen Zuständen sind auch immer wir Verbraucher angesichts unserer Nachfrage nach Schweinefleisch. In Deutschland werden jährlich über 48 Millionen Schweine geschlachtet - Tendenz steigend. Aufgrund der Tatsache, daß bevorzugt billiges Fleisch gekauft und konsumiert wird, haben kleinbäuerliche Betriebe meist keine Chance, hier mitzuhalten und den Bedingungen des Marktes zu entsprechen. 

Eines liegt klar und deutlich auf der Hand und sollte uns stets bewußt sein:

In der landwirtschaftlichen „Nutz"-Tierhaltung leben Tiere millionenfach  unter  unwürdigen und tierquälerischen Bedingungen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Tiere, die wir allzusehr leichtfertig und teilnahmslos "Nutztiere" nennen, deren Recht auf Leben wir Menschen alltäglich mit Füßen traktieren und die nur dafür geboren werden, um so schnell wie möglich als billiges Fleisch auf unseren Speisetellern zu landen.

 

»Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?«

Romain Rolland, franz. Dichter, Nobelpreisträger, 1866 - 1944

 

In größeren Gruppen werden viele der Mastschweine oft auf Gitterrosten in nahezu ständiger Finsternis gehalten und stehen auf  Vollspaltenböden ohne Einstreu, was oft zu Gelenkschäden führt. Mutterschweine werden in Einzelbuchten künstlich befruchtet und während der 15 Wochen Schwangerschaft müssen sie auf engstem Raum im Dämmerlicht dahinvegetieren. Zum Gebären werden sie in speziellen ‘Abferkelbuchten’ angegurtet. In diesen können sie sich kaum bewegen, nur aufstehen und sich wieder niederlegen und es ist ihnen oft unmöglich, ihre Kinder zu pflegen.


Ferkel dürfen bis zu einem Alter von 7 Tagen ohne Betäubung kastriert werden. Dazu werden sie kopfüber in eine Apparatur geklemmt und darin werden ihre Beine auseinandergespreizt und fixiert. Die zarte Haut, die ihre empfindlichen Hoden schützt, wird sodann mit einem Messer aufgeritzt, die Hoden  herausgezogen und mit einem Messer abgeschnitten, was ihnen unvorstellbare Schmerzen verursacht. Da dieser Eingriff im Akkord und häufig unter hygienisch unzureichenden Bedingungen durchgeführt wird, kommt es im Nachhinein nicht selten zu Infektionen.

 

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