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Die Haltung von Schweinen erfolgt in der Massentierhaltung entweder in winzigen Verschlägen oder auch massenhaft zusammengepfercht in größeren Masthallen. Auch diese Tiere sehen in der Regel ihr Leben lang kein Tageslicht. Um Seuchen und Krankheiten vorzubeugen, werden auch ihnen vielerlei Medikamente verabreicht. Aber nicht nur die Gefahr, daß sich Krankheiten ausbreiten, sondern auch die seelische Belastung ist bei Zuchtschweinen besonders hoch. Schweine sind sehr sensible Tiere, die äußerst empfindlich auf Stress reagieren. Ständigem Dauerstress ausgesetzt, sind viele von ihnen oft völlig geschwächt. Auch die schlechte Hygiene, die ihnen verabreichten Medikamente und das viele Industrie-Futter, welches zu einer raschen Aufzucht verhelfen soll, verursacht vielerlei tierschutzwidrige Zustände.
Schweine sind sehr friedliche und soziale Tiere, entwickeln jedoch unter den vorherrschenden Bedingungen in den Mastbetrieben oft aggressive und gestörte Verhaltensweisen. Diese durch Langeweile und Stress hervorgerufenen Verhaltensstörungen sind oft sogenanntes "Stangenbeißen", sogenanntes "Trauern", "Schwanzbeißen" und auch Kannibalismus. Entkräftete und allzusehr geschwächte Schweine werden nicht selten entweder von ihren eigenen Artgenossen oder von ihren menschlichen Peinigern getötet, da sie diesen letztlich nur "unnötiges" Futter kosten.
Andererseits werden unzählige kranke und noch einigermaßen lebensfähige Schweine um des wirtschaftlichen Gewinnes wegen bis zum Tag ihrer Schlachtung auch noch am Leben erhalten. Auch Schweine werden mit billigem Industrie-Futter, mit Medikamenten und Hormonpräparaten "vollgestopft", damit sie möglichst schnell wachsen und ein Körpergewicht von möglichst mehr als 100 kg erreichen. Wegen der schweren Körpermasse können viele der Zuchtschweine schließlich nicht mehr stehen und nur noch liegend dahinvegetieren. Und damit es in diesen Schweine - Massenhaltungsfabriken auch stets genügend Nachwuchs gibt, werden auch die Säue ständig geschwängert und das Leben eines einzelnen neugeborenen Ferkels zählt natürlich nichts, falls es besonders schwach geboren wird und dessen Aufzucht somit nur "unnötige" Kosten zur Folge hätte. Schließlich schlachtreif geworden, werden sie unter nicht weniger grausamen Bedingungen in die Schlachthöfe transportiert und dort - an Eisenbügeln aufgehängt - per Fließband in den Tod befördert. Wahrend des Verladens auf den Transporter sehen die meisten dieser Tiere erstmals in ihrem Leben das Tageslicht. Zusammengepfercht auf die LKW´s verfrachtet, werden sie meist ohne Futter und Wasser und erfüllt von panischer Angst in die Schlachthäuser transportiert. Einzelne Tiere erreichen diesen letzten Ort ihrer Bestimmung nicht mehr lebend und betreffs der restlichen Tiere wird beim Ausladen nicht selten brutal und grausam "nachgeholfen". Gestreßt und geschwächt am Ende dieser Reise angelangt, vermögen sich viele Schweine nicht mehr auf ihren Beinen zu halten und dementsprechend werden sie nicht selten rücksichtslos und brutal aus den mitunter mehrstöckigen LKW´s einfach hinausgeworfen und dann mit gebrochenen Beinen in den Schlachtbetrieb gezerrt.
Im Schlachthof erwartet sie dann ein Fließband mit Eisenbügeln, an denen sie kopfüber aufgehängt werden. Die in vielen EU-Ländern kurz vor der Tötung vorgeschriebene Betäubung der Tiere wird einerseits nicht immer befolgt und scheint andererseits sehr oft weder zu funktionieren noch ihren Zweck zu erfüllen. Nach erfolgter Tötung werden die Schweine kopfüber aufgehängt in ein "Brühbad" befördert und manche der Tiere sterben trotz vorheriger Betäubung erst in diesem kochenden Wasserbad. In den USA hat man aufgrund einer Untersuchung festgestellt, dass sich bei mehr als 30 Prozent der toten Schweine Brühwasser in den Lungen befand, was letztlich bedeutet, daß diese Tiere noch geatmet haben müssen, während sie ins kochende Wasserbad beförderet wurden. Schweine besitzen auch einen sehr starken Bewegungsdrang. Ihre gewaltige Marschleistung kann pro Nacht bis zu 30 Kilometer betragen. In den Schweineboxen jedoch ist es ihnen unmöglich, diesen Bewegungsdrang ausleben zu können. Von uns "liebevollen" Menschen zu bloßen Produktionseinheiten abgestempelt und entwürdigt, leben sie in den Mastbetrieben eingezwängt und zusammengequetscht in engen Boxen und finsteren Ställen. Schweine wühlen auch gerne in der Erde und graben sie um, wenn sie etwas köstliches in ihr wittern. In den Schweinefabriken jedoch wird jegliches Futter mit Hilfe computergesteuerter Rotationsautomaten verabreicht und viele dieser Tiere werden somit aufgrund ihrer nicht artgerechten Haltung zur Abartigkeit getrimmt.
Auf Grund der einstreulosen Spaltenböden leiden viele der Mastschweine an Erkrankungen und Verletzungen der Sprung - und Schultergelenke, an Liegeschwielen und Gelenkverdickungen, an Klauenverletzungen und gelähmten Gliedmaßen. |
Eines liegt klar und deutlich auf der Hand und sollte uns stets bewußt sein:
| In der landwirtschaftlichen „Nutz"-Tierhaltung leben Tiere millionenfach unter unwürdigen und tierquälerischen Bedingungen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Tiere, die wir allzusehr leichtfertig und teilnahmslos "Nutztiere" nennen, deren Recht auf Leben wir Menschen alltäglich mit Füßen traktieren und die nur dafür geboren werden, um so schnell wie möglich als billiges Fleisch auf unseren Speisetellern zu landen. |
| »Die Grausamkeit gegen die Tiere und auch schon die Teilnahmslosigkeit gegenüber ihren Leiden ist meiner Ansicht nach eine der schwersten Sünden des Menschengeschlechts. Sie ist die Grundlage der menschlichen Verderbtheit. Wenn der Mensch so viel Leiden schafft, welches Recht hat er dann, sich zu beklagen, wenn auch er selber leidet?« |
Romain Rolland, franz. Dichter, Nobelpreisträger, 1866 - 1944
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In größeren Gruppen werden viele der Mastschweine oft auf Gitterrosten in nahezu ständiger Finsternis gehalten und stehen auf Vollspaltenböden ohne Einstreu, was oft zu Gelenkschäden führt. Mutterschweine werden in Einzelbuchten künstlich befruchtet und während der 15 Wochen Schwangerschaft müssen sie auf engstem Raum im Dämmerlicht dahinvegetieren. Zum Gebären werden sie in speziellen ‘Abferkelbuchten’ angegurtet. In diesen können sie sich kaum bewegen, nur aufstehen und sich wieder niederlegen und es ist ihnen oft unmöglich, ihre Kinder zu pflegen.
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