Weniger gut als den frei umherlaufenden und Körner aufpickenden Hühnern auf Bauernhöfen ergeht es den Hühnern in den Betrieben der Massentierhaltung.  Auch Hühner und anderes Geflügel führen in diesen Fabriken ein leidvolles und elendes Dasein. Innerhalb der massenhaft eingepferchten Artgenossen  können sie sich kaum fortbewegen oder sie sitzen zusammengequetscht in winzigen Käfigen, ohne Möglichkeit, ihre natürlichen Bedürfnisse ausleben zu können. Ohne Betäubung werden bereits schon den kleinen Küken mit heißen Klingen die empfindsamen Schnabelspitzen abgeschnitten, damit sie sich später nicht auf Grund des extremen Platzmangels gegenseitig verletzen können. Dauerhaft unter Stress stehend, sitzen viele der Hühner in ihrem Kot und  mitunter sogar zwischen den Leichen ihrer Artgenossen.
 

Wenn wir Menschen Eier kaufen und konsumieren, dann wollen wir nur ungern wissen und ebenso nur ungern daran erinnert werden, welche Grausamkeiten sich hinter der Zucht und Haltung dieser Tiere letztlich verbergen. In der Massentierhaltung werden Tiere nicht mehr als Tiere behandelt, sondern nur noch als Gegenstände und Werkzeuge zwecks Herstellung und Produktion profitabler Erzeugnisse. Und Hühner sind in diesen Betrieben keine Hühner mehr, sondern lediglich nur noch rotierende und eierlegende Maschinen, denn der Bedarf an Eiern ist weit größer, als wir oft denken und glauben. So sind Eier z.Bsp. in vielen Lebensmitteln enhalten, in denen wir dieses "Produkt" keineswegs vermuten. Eier finden wir in Backwaren, in vielen Fertiggerichten, Nudelsorten und Desserts.
 

Auch Hühner werden zur Aufzucht meist mit billigem Industriefutter und Fischmehl gefüttert. Und widerum werden auch diesem Futter Medikamente beigemischt, um das Ausbrechen von Krankheiten und Seuchen möglichst vorbeugend einzudämmen und zu verhindern. Das verabreichte Futter führt bei vielen Hühnern zu schnellem Wachstum, sowie aber auch oft zur Missbildung der Beine, weil diese unter dem schweren Gewicht des Körpers oft zusammenbrechen. Auf Grund von Stress, Schmutz und Enge erkranken viele Tiere und vegetieren vor sich hin, bis sie sterben oder getötet werden. Angesichts ihrer Schlachtung werden auch Hühner unter schrecklichen Bedingungen in die Schlachthöfe transportiert.

Nach der Tortur des mitunter tagelangen Transportes im Schlachthof angelangt, klemmt man ihre meist verkümmerten Beine am Fließband in einen Metallbügel und kopfüber aufgehängt erleiden auch diese Tiere einen qualvollen Tod. Eine diesbezügliche Betäubung ist keineswegs überall und immerzu gesetztlich vorgeschrieben. Und wenn doch, dann werden solcherlei Vorschriften nicht immer befolgt. Zwecks Entfederung führt man die nicht selten noch lebenden Tiere dann fließbandmäßig in ein kochendes Wasserbad und viele der Tiere finden erst in diesem kochenden Wasserbad den endgültigen Tod.
 

In den Fabriken der Massentierhaltung müssen die geschwächten und gestressten Hühner zirka alle 35 Stunden ein Ei legen. Normalerweise jedoch legen Hühner betreffs ihrer Fortpflanzung maximal ein - bis zweimal im Jahr  ungefähr fünf bis zwölf Eier. Legehennen in der Massentierhaltung jedoch müssen jährlich mehr als 300 Eier legen und der Mensch als "Krone der Schöpfung" hat selbstverständlich auch die Hühner zu "Maschinen" umfunktioniert, deren einziger Sinn und Zweck es ist, uns gefräßigen Monstern so viele Eier wie möglich zu liefern.
 

Dauerstress und ständiges Eierlegen verursacht verständlicherweise eine völlige Entkräftigung der Hühner und im Alter von zwei Jahren vermindert sich deren   "Eierproduktion" erheblich. Ungefähr 75 Prozent aller in Deutschland gezüchteten Hennen leben nicht etwa in freier Natur, sondern "verfrachtet" und elend dahinvegetierend in engen Käfigen. Gemäß unseres angeblich "besten Tierschutzgesetzes der Welt" sind pro Tier nur wenige Quadratzentimeter an erforderlichen Platz vorgeschrieben - in etwa der Größe eines Schulheftes entsprechend. Dank dieses Gesetzes hat eine Henne nur so wenig Platz, daß die Tiere häufig übereinander sitzen müssen und viele Legehennen bereits schon nach wenigen Monaten  völlig verkrüppelt sind.

Welch ein trauriges Leben: In Fabriken und engen Käfigen müssen sie Dahinvegetieren, können weder umherlaufen noch mit ihren Flügeln um sich schlagen. Hineingestopft in winzige Käfige erleiden sie Verkrüppelungen, Knochenbrüche und innere Blutungen.
Aber damit noch nicht genug: Männliche Küken gelten in solchen Fabriken als "nutzlos", weil sie ja keine Eier legen können und landen daher sogleich nach dem Schlüpfen und Aussortieren meist auf dem Müll. Dank der Massentierhaltung kann man sich dieses Töten von Küken  auch ohne weiteres "leisten", denn betreffs "fleischlicher Geflügelware" gibt es in der Fleischindustrie keinerlei Mangel und andererseits beansprucht es auch weniger Kosten, die "nutzlosen" Küken umgehend zu töten, statt sie - was natürlich weniger billig wäre - erst aufzuziehen und schließlich zu Fleisch "zu verarbeiten".

Auf diese Weise sterben jährlich Millionen von Hühnerküken. Allein in Deutschland werden jährlich 40 bis 45 Millionen geschlüpfte Küken vergast und landen anschließend auf dem Müll. Hühner, die sehr bald schon so sehr geschwächt sind, das sie keine Eier mehr legen können und daher keinen Gewinn mehr erwirtschaften, werden gleichsam getötet. Jene Hühner, die als Brathähnchen oder als Suppenhuhn geplant sind, werden in anderen Massenbetrieben gezüchtet, nicht weniger schnell  gemästet und bereits schon im Alter von nur wenigen Wochen geschlachtet. Das Tier als Lebewesen zählt nicht das Geringste, sondern was einzig und allein zählt, ist eine schnelle und möglichst billige Fleischproduktion.
 

Ganz gleich, um welche Tiere es sich auch immer handelt, ob es nun Puten, Enten, Gänse oder Kaninchen sind: Alle diese Tiere führen in den Betrieben der Massentierhaltung ein schreckliches und trauriges Dasein und erleiden alle das gleiche Schicksal: bedrückende Enge, dunkle, düstere Hallen, Mästung mittels industriell hergestellten Futters, endlose Tiertransporte und schließlich einen grausamen und qualvollen Tod.

Seit Anfang 2009 sind die herkömmlichen Legebatterien in Deutschland nicht mehr erlaubt und eine neue Haltungsform wurde eingeführt: die sogenannte Kleingruppenhaltung. Jedoch so schön dieser Begriff und diese neue gesetzliche Regelung auch immer klingen mag: es handelt sich hierbei lediglich nur um wenige Zentimeter größere Käfige, in denen die Hühner nicht etwa mehr Platz haben, sondern in denen somit noch einige  Hühner mehr untergebracht werden können. Laut Eierindustrie und Gesetzgeber sollen diese neuen Käfige eine vermeintlich bessere Haltungsform darstellen, was aber leider nicht der Wirklichkeit entspricht. Laut gesetzlicher Vorgaben muß ein derartiger Kleingruppenkäfig eine Mindestgröße von nur 2,5 Quadratmetern aufweisen und die Besatzdichte pro eines solchen Käfigs darf eine Anzahl von 30 Hennen nicht überschreiten. Welch ein "Fortschritt" : 30 Hühner in einem Käfig, dessen Fläche und Größe laut Gesetz nicht kleiner als 2,5 Quadratmeter groß sein darf.

Auch Mastenten erleiden in derartigen Massentierhaltungs-Fabriken ein nicht weniger schreckliches Schicksal.  Ungefähr 18 Millionen Enten werden allein in Deutschland auf perforierten Böden und zu Tausenden zusammengepfercht in finsteren Ställen gehalten, ohne Tageslicht, ohne Beschäftigungsmöglichkeiten, ohne Auslauf und ohne Gelegenheit, jemals im Wasser Baden zu können. Auch das ihrer Art und Lebensform entsprechende Seihen, Gründeln und Tauchen ist ihnen in derartigen Fabriken unmöglich. Den sogenannten Moschusenten werden ohne Betäubung die hochsensiblen Oberschnäbel amputiert, sowie auch die Krallen an den Paddeln.  In den oft dunklen Masthallen drängeln sich die eingepferchten Tiere und treten auf ihren sterbenden oder bereits schon verwesten Artgenossen herum. 

Ein nicht weniger schreckliches Dasein erleiden auch Puten in deutschen Mastanlagen. Insbesondere deren einseitige Zucht auf besonders kräftige Brustmuskulatur führt zu oft schweren Erkrankungen dieser Tiere. Sehr bald schon verfügen die gemästeten Puten über ein enormes Gewicht und letztlich können die Knochen die Fleischmasse nicht mehr tragen, das Skelett verkrümmt sich und auch diese Tiere können letztlich  nicht mehr laufen. Atemwegserkrankungen, Beinschwächen und Nierenblutungen gehören zum Alltag der Mastputen. Gleichsam wie andere "Nutztiere"  auf engstem Raum zusammengepfercht und dahinvegetierend, sind alltäglicher Stress und agressive Verhaltensstörungen auch in diesen Mastanlagen vorprogrammiert. Viele der Puten überstehen diese Strapazen nicht und sterben vorzeitig.

Auch Kaninchen werden in Mastbetrieben gezüchtet und gemästet. Allein in Deutschland gibt es etwa 21 Millionen Kaninchen, die in Drahtkäfigen bis zu ihrer Schlachtung dahinvegetieren müssen.  Dahinvegetierend in engen Käfigen, erleiden auch sie Wirbelsäulenerkrankungen, Geschwüre an den Pfoten und Magen-Darm-Erkrankungen wegen hauptsächlicher Ernährung mit Fertigfutter-Pellets. Die weiblichen Kaninchen werden durch künstliche Besamung gezwungen, alle 4-6 Wochen Junge zu gebären – eine enorme Belastung, die oft zum Tode führt. 

"Legehennen" in einer Massentierhaltungs - Fabrik

 

 

Nach oben